Unmittelbar nach dem Passieren der Schredderanlage im "Kickethau" führt die Strecke über die Albhochfläche...
...und überquert drei weitere durch Blinklicht gesicherte Straßen, nämlich bei km 18,728 die Berliner Straße, bei km 19,066 die Straße L 1164 (Gerstetten - Richtung Gussenstadt) und bei km 19,796 die L 1165 (Gerstetten - Richtung Heidenheim).
Schließlich fährt der Zug dann in den Endbahnhof Gerstetten (km 20,048; 635,4 m üM) ein. Der Bahnhof liegt am Ortsrand von Gerstetten. Für seine Funktion als Endbahnhof und Zugleitstelle wurde er mit umfangreicheren Gleisanlagen und Gebäuden ausgestattet. Im großen Bahnhofsgebäude hatte die örtliche Bahnverwaltung ihren Sitz; ferner befanden sich darin die Zugleitstelle, die sonstigen Diensträume für den Bahnbetrieb und ein Wartesaal.
Das Gebäude, ein grundsolides Werk aus der Kaiserzeit, ist inzwischen im Besitz der Gemeinde Gerstetten. Es beherbergt inzwischen ein kleines Museum zur Eisenbahnstrecke Amstetten - Gerstetten und ein Fossilienmuseum.
Quellen:
Die Streckenbeschreibung basiert auf einer Streckenbeschreibung aus dem Buch (allerdings aktualisiert):

Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft WEG
Die Geschichte einer bedeutenden Privatbahn
Von Hermann Bürnheim, Herausgeber Wolfgang Fliegenbaum
Motorbuch-Verlag Stuttgart, 1986
ISBN 3-613-01145-X

Der Fahrzeugschuppen, der früher Schuppen für die beiden Dampfloks, und danach für den Triebwagen bestimmt war, geht an seinem Ende in eine kleine Werkstatt über, an der ein auffälliger Wasserturm angebaut ist. Er wird inzwischen von den Ulmer Eisenbahnfreunden (UEF) genutzt (Betriebswerkstatt Gerstetten).

In der Nähe des Schuppens befanden sich früher der Kohlenbansen, der Speisewasserkran und die Lokbehandlungsanlagen. Lange Jahre war danach hier die Tankstelle - früher für den Triebwagen, der bei der WEG für den Güter- und Personenverkehr auf der Strecke Amstetten - Gerstetten zuständig war.

Inzwischen ist geplant, den Kohlebansebn und den Wasserkran wieder aufzubauen, um damit wieder ein echtes Dampf-Betriebswerk zu schaffen.

Special: Der Gerstetter Lokschuppen im Detail. Sogar mit Bauolänen!

Etwas für die Statistik

Die eingleisige, normalspurige Strecke liegt ganz auf eigenem Bahnkörper (Ulmer Eisenbahnfreunde) und hat eine Länge von 20,048 km

Die Länge aller Gleise beträgt 21,7 km.

Von der Strecke liegen 11,87 km (59%) in der Geraden und 8,32 km (41%) in Krümmungen.
Andererseits sind 5,85 km (29%) horizontal und 14,34 km (71%) geneigt.
Die maximale Neigung ist 1:40 (2,5%) und kommt auf einem Abschnitt von rund 4 km zwischen Amstetten und Stubersheim vor.
Der kleinste Krümmungsradius beträgt 200 m; die weitaus meisten Kurven sind aber wesentlich gestreckter.

Interessantes aus dem Betrieb

Im Winter machten der Bahn oft die Schneeverhältnisse auf der Alb zu schaffen. Wegen der weiten Flächen, dem offenen Gelände, dem damit verbundenen starken Wind und den vielen Schneefällen treten oft große Schneeverwehungen auf. Dann kommen die Züge stark verschneit in den Endbahnhöfen an, sofern sie nicht schon unterwegs in den Wehen stecken geblieben sind. Eine intensive und ständige Schneeräumung ist daher im Winter oft vonnöten.
Gemeinhin nutzt man die Bahn, um irgendwohin zu gelangen. Bei Museumseisenbahnen ist meistens der Weg das Ziel.

Vielleicht wollen Sie aber dennoch wissen, wohin Sie gelangen, wenn Sie mit der Lokalbahn von Amstetten nach Gerstetten fahren: Gemeinde Gerstetten.

Gerstetten

Vom Bahnhof Gerstetten aus bieten sich einige Besichtigungs- und Ausflugsmöglichkeiten.

Im Bahnhofsgebäude selbst wurde die Schalterhalle in den Ursprungszustand zurückversetzt. Heute finden Sie dort ein kleines Eisenbahnmuseum. Im obern Stockwerk wurde eine Fossilienausstellung eingerichtet, die insbesondere Fundstücke aus der unmittelbaren Umgebung präsentiert.

Die Gegend um Gerstetten bietet einige erdgeschichlich hochinteressante Ziele. Das Heldenfinger Kliff beispielseise zeigt einen Rest des Strandes des Jurameeres. Vielleicht ist der Fels auf den ersten Blick nicht so wahnsinnig spektakulär, aber überlegen Sie einmal: Sie liegen hier am Strand. Plötzlich hinter Ihnen ein Dinosaurier...

Direkt neben dem Bahnhof ist das Bahn-Hotel. Ein interessantes Gebäude im Jugendstil. Es wurde in den Urspungszustand zurückversetzt und restauriert.

Wer den freien Ausblick liebt, kann den Gerstetter Wasserturm besteigen oder per Segelflugzeug einen noch besseren Überblick gewinnen. An klaren Tagen sehen Sie selbst von der Heldenfinger Höhe aus die gesamte Alpenkette. Die Kirche rechts davor ist übrigens das Ulmer Münster.

Naürlich kommt - rund um Gerstetten - auch jeder auf seine Kosten. der nur ein bisshern durch grüne Wälder und über weite Felder wandern oder Rad fahren möchte (im Winter bringen Sie besser den einen oder anderen Ski mit!).

Zuletzt aktualisiert: Mo, 17. Mai 2004